Wie alles begann ..... - Innenansichten - Ing-Büro Hufnagel

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Wie alles begann .....

Ing-Büro Hufnagel
Herausgegeben von in Finanzen ·
Heute, in Zeiten der Wirtschaftskrise und der unsicheren Zukunft, die damit droht, fragen sich viele, wie es dazu kommen konnte. Wie war es möglich, dass trotz dieser Bildung und der Intelligenz unserer Eliten, trotz all der Kenntnisse es soweit kommen konnte. Ohne jetzt die ganze Welt zu erklären, möchte ich an nachfolgenden Beispielen die Systematik erklären und verständlich machen, woran es aus meiner Sicht krankt.

Früher, vor vielen Jahren, an die man sich kaum noch erinnert, gab es eine große Fernsehfabrik in Nürnberg. Diese Fernsehgeräte von Grundig waren beliebt, gut und standen in den kleinen Elektromärkten überall als Zeichen unseres Wirtschaftswachstums zum Kauf. Diese Geräte waren aber teuer und so begann man billigere, meist deutlich schlechtere Fernsehgeräte aus Fernost einzuführen. Diese standen nun neben Grundig usw. Die Qualitätsprobleme waren irgenwann auch gelöst, jedoch die Geräte billiger als die im Land produzierten. Man musste also gegensteuern. Man fing an, die Geräte mit Komponenten aus diesen Billiglohnländern zu versehen. Jedoch konnte man nicht die Differenz damit ausgleichen, die allein schon aus dem unterschiedlichen Sozialniveau und den Löhnen bestand. Mit jedem Kauf eines dt. Fernsehgerätes waren Sozialabgaben und Arbeitsplätze in Deutschland finanziert, die Geräte aus Fernost hingegen leisteten hierzu keinen großen Beitrag und der Preisvorteil war stets größer.  Daher nahm der Anteil der Fernostkomponenten stetig zu, die Belegschaft und Produktion im Land wurden stetig reduziert, bis irgendwann das Gerät letztlich nur noch ein Fernostgerät mit dt. Namen war. Es teurer als die Fernostgeräte zu verkaufen, war nicht mehr möglich und letztlich wurde die Produktion in Deutschland eingestellt. Die letzten Fabriken geschlossen und der Name für einige Zeit nur noch als Vertriebsmarke weiter geführt. Auch die kleinen Elektroläden sind längst verschwunden. Großmärkte mit riesigen, einfach anzufahrenden Parkplätzen und vor allem deren Großrabatten, waren diese kleinen Läden einfach nicht konkurrenzfähig.

Durch den Preisdruck in der Produktion musste reduziert werden. Wo es möglich war, wurden einfache Tätigkeiten ins Ausland verlagert und durch Maschinen ersetzt. jedoch, die Arbeitnehmer, die dadurch ihre Arbeit verloren, mussten wieder neue Arbeit finden. Wenn es hochqualifizierte Arbeitnehmer waren, gab es genügend Möglichkeiten, jedoch für die einfachen Tätigkeiten und Qualifikationen gab es immer weniger Angebote. Folglich stieg der Anteil der Arbeitslosen in diesem geringer gualifizierten Bereich. Mehr Arbeitslosigkeit erzeugt höhere Sozialkosten, die dann wiederum vornehmlich auf die Produktionskosten im Land aufgeschlagen wurden. Der Druck zur Reduktion der Kosten stieg und der Drang zum Auslagerung, Reduktion der inländischen Beschäftigten stieg weiter an. Letztlich sind Produktion, Kapital und Warenhandel komplett globalisiert , jedoch die Sozialkosten wurden weiter nationalisiert und, infolge der großzügigen Regelungen für die Reichen, sogar auf noch kleinere Bevölkerungsgruppen reduziert  worden. Das verfügbare Einkommen der Masse der Berufstätigen wurde immer mehr mit Steuern und Abgaben belastet, das Einkommen der oberen Einkommensgruppe im Verhältnis dazu immer weniger besteuert. Um die Soziallasten zu reduzieren und auch die Produktionskosten zu minimieren, wurde Lohnzurückhaltung verlangt, die Absicherung immer tiefer angesetzt.

Die Politik hat letztlich die gesamten Strukturen des Handels, des Geldverkehrs, der Produktion usw. globalisiert. Es wurden aber die Steuererhebung und die Soziallasten  völlig außen vor gelassen. Das Rad der Globalisierung dreht sich immer stärker, jedoch tragen die dort entstandenen Gewinne keine Soziallasten und unterliegen nur geringen Steuern.

Anderseits, gehen große Banken zu Grunde, wird die Beschäftigung über Frühverrentung oder mittels Leiharbeitern ausgedünnt, gehen die damit verbundenen Sozialkosten, Sanierungskredite und Auffangbürgschaften stets zu lasten der jeweiligen Länder und deren Bürger.

Solange daher die Politik nicht ansetzt, die Globalisierung auch in dem Steuerrecht und Beteiligung an den Soziallasten zu beteiligen, wird sich diese Farce der Globalisierung immer weiter fortführen und letztlich einen Status erreichen, der an römische Dekadenzzeiten erinnert.




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