Brandschutzkonzepte - Ing-Büro Hufnagel

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Brandschutz-Planung
Lösungen für die Anforderungen im Brandschutz

Was ist ein Brandfall überhaupt?
Diese Grundfrage ist vornweg zu stellen, um in der Betrachtung des Brandschutzes richtig zu gehen. In der Statik gibt es die Unterscheidung in normale, übliche Belastungszustände, Bauzustände und außergewöhnliche Zustände wie Anprall, Explosion und eben auch den Brandfall. Es wird dort für den Brandfall mit reduzierten Tragsicherheitsbeiwerten gerechnet.

Beim Brandfall ist -auch wenn er als jederzeit möglich und Teil unserer Lebenswirklichkeit anzusehen ist - ein außergewöhnlicher Zustand und Lebensumstand gegeben. Es ist nicht die normale Nutzung, dass ein Gebäude/eine Wohnung .... in Brand gerät. Der Brandfall ist daher grundsätzlich immer etwas außergewöhnliches und muss auch entsprechend behandelt werden.

Die Vorschriften zum Brandschutz
Von der Entstehungsgeschichte her sind die heutigen Bauordnungen aus Vorschriften für Brandschutz entstanden. Man kann salopp sagen, dass die heutigen Bauordnungen eigentlich Brandschutzkonzepte sind, d.h. Systeme, um die Ziele des Brandschutzes zu erfüllen. Wenn man also genau diese Vorschriften einhält, so hat man eine maximale Sicherheit im Brandfall, der sich langjährig bewährt hat.
Jedoch - auch das ist zu sehen - der normierte, d.h. über Vorschriften, Verordnungen usw. festgeschriebene Standard ist nicht unbedingt unkritisch zu sehen. Es sind hier auch wirtschaftliche Punkte eingeflossen. So sind z.B. Gottesdiensträume, Schulen, Museen nicht Teil der Versammlungsstättenverordnung. Der Grund leuchtet ein, wenn man sich die historischen Kirchen mit den Holzemporen und schmalen Rettungswegen ansieht. Man nahm in Kauf, dass hier über Jahrhunderte nichts passierte und nahm daher diese aus den Vorschriften heraus. Wenn da was passiert, hilft oft wirklich nur beten.
Ein anderes, typisches Beispiel sind die Rettungsfenster. Überall in Deutschland gilt ein Maß von 90cm x120cm, nur die Bayern sind kleiner, dünner und agiler, so dass wir hier mit 60cmx100cm auch auskommen. Grund mag hier der Altbestand sein, dass eben historische Gebäude so schmale Fenster haben. Wirklich nachvollziehbar ist das nicht, weil eben im Falle einer Anleiterung mit der Feuerwehr diese breiten Leitern quasi das Fenster völlig zustellen, so dass es -besonders bei weniger mobilen Personen mit Übergewicht/Alter/Behinderung - wirklich schwierig wird, Personen angemessen schnell zu retten.
Es gibt daher vom Grundsatz der Vorschriften Grauzonen, Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, Überlegungen zum Bestandsschutz/Denkmalschutz, Brandschutz bezogen auf besondere Situationen und Anforderungen. All dies ist dem Baurecht bereits bei der Unterscheidung in normale Gebäude (je nach Gebäudehöhe und Fläche unterschieden) und den zusätzlichen Kriterien für Sonderbauten (Verkaufsstätte, großflächiger Sonderbau, große Menschenansammlungen, Pflegeheime ....)  zu entnehmen.

Die Konzeption des Brandschutzes
Das Erstellen eines Brandschutzkonzeptes ist daher immer in Hinblick auf diese 2 Aspekte zu sehen:
  • Erfüllung/Einhaltung der Vorschriften => Vorschriftenorientierung
  • Beachtung der besonderen Situation des Gebäudes => Gefährdungsbetrachtung

Man kann mit den Vorschriften ein "Malen nach Zahlen" machen, d.h. man setzt einfach das ein, was die Vorschriften aussagen. Wie in einer Tabelle (meist sehen derartige Konzepte auch als Tabelle aus und sind über Standardprogramme vorgefertigt erstellt) sind dann Anforderung und Umsetzung gelistet und man arbeitet den Katalog stur und strukturiert ab. Das kann sehr kostengünstig und schnell erfolgen. Diese Art wird von meinem Büro als Leistung nicht erbracht. Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass Brandschutz individuell bezogen auf das Gebäude und die Gefährdungen zu sehen ist. Diese Arbeitsweise ist umso wichtiger, als dass Abweichungen oder Sonderbaueigenschaften gegeben sind.  Hier hilft es nicht, pauschal Rettungswege einzustufen, sondern man muss jeden Weg ansehen, beschreiben und einstufen. Auch muss man bei Punkten, wo der Bestand nicht den Vorschriften entspricht (=Abweichung), oder in Fällen, wo die Vorschrift kollidiert mit dem, was geplant ist (großes Foyer, schöne Gestaltung), was die Nutzung erfordert (lange Förderbänder) oder auch das Grundstück überhaupt ermöglicht, sehr genau prüfen, was geht und nicht. In diesen Fällen müssen Kompensationen zum Erreichen des Sicherheitsniveaus der gesetzlichen Vorschriften entwickelt werden, manchmal ist das aber auch nicht zwingend erforderlich. Es gibt viele Fälle, bei denen die konkrete Umsetzung der Vorschrift die Sache verschlimmert und die Abweichung mit einer guten Zusatzlösung als Kompensation wesentlich mehr Sicherheit gewährleistet.

In meinem Verständnis ist daher das Erstellen von Brandschutzkonzepten kein reines Abarbeiten von Vorschriften, sondern muss sich an dem Bauwerk und den Gefährdungen orientieren. Natürlich kann man diese Vorschriften nicht umgehen, außer man stellt es als Abweichung mit Kompensation klar. Aber mit guten Überlegungen, Erfahrung und auch mit Verhandlungsgeschick bei den zuständigen Behörden/Prüfern für Brandschutz, ist oft viel möglich.  

Bürokratie im Brandschutz
An diesem Problem wird man nie vorbei kommen und es wird daher immer ein Diskussionsthema ohne Lösung blieben. Es gibt die Vorschriften und die sind einzuhalten. Jedoch ist sicherlich bei jeder Vorschrift eine Ausdeutung und eine Grauzone vorhanden, die man in der einen oder anderen Richtung auslegen kann. Jedoch zeigt gerade sich hier die Qualität. So ist z.B. zu überlegen, was eine Türe zu einer Wohnung so anders macht, als wenn diese Türe in eine Toilette in den Treppenraum führt. Jüngst wurde so eine Türe im Keller daher mit T30-Rauchschutztüre selbstschließend zwingend gefordert. Alles appelieren an den gesunden Menschenverstand ließ hier die Bürokratur nicht erschüttern. Auch die sehr überbordenden Forderungen nach Zertifikaten, Einbaubestätigungen, Übereinstimmungserklärungen, Überwachungsprotokollen .... sind sehr mühsam. Ob das wirklich den Brandschutz so gerecht wird, daran kann man begründet zweifeln. Zumindest ist festzustellen, dass bei bestehenden Gebäuden ein völlig anderes Maß angelegt wird (und früher auch wurde).

Problem Altbestand
Dieser Altbestand ist das leider kritische Thema heute. Man muss bezüglich Altbestand 3 Situationen unterschieden:
  • Ein Gebäude wurde nach damals gültigen Vorschriften erstellt und man kann das beweisen (Genehmigter Bescheid...)
  • Ein Gebäude wurde nicht nach damaligen Vorschriften erstellt, man kann aber das so nachbessern, dass es dem dann entspricht.
  • Ein Gebäude wurde errichtet und man weist nach, dass es den damaligen Bestand entsprach, auch wenn es keine Genehmigung gibt.
Es ist für jeden ersichtlich, dass man hier im Angesicht der heutigen formellen Anforderungen schnell scheitert in dem Nachweis. Daher ist grundsätzlich bei Bestandsgebäuden von einem Problem auszugehen. Meist haben frühere Planer die bestehenden Vorschriften in der Planung, spätestens in der Ausführung mißachtet. Folglich hat man ein Gebäude, welches nicht mehr passt und in keinem Fall mehr heutigen oder damaligen Vorschriften konform erstellt wurde. Die Folgen sind gravieren und es ist ohne Nachbesserung und oft teure Maßnahmen keine Lösung zu erzielen.

Als Planer in dem Bereich Brandschutz-Tragwerksplanung-Gesamtplanung sind wir hier in der Lage, Lösungen und machbare Konzepte aufzustellen, welche auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Gerade solche komplexen Aufgaben sind Schwerpunkt unserer Tätigkeit. In dem Register "Konzeptionsideen" sind einige Beispiele dargestellt.









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